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McBacon rettet die Welt - Teil 1

Wie wäre es mal mit einem Blog-Buch? Ich bin gerade so kreativ, dass ich denke, es wird an der Zeit etwas zu schreiben, was vorher nur in meinem Kopf rumgeisterte und hier bekomme ich wenigstens Feedback. Also: Kommentare sind erwünscht. Vorschläge und Kritik ebenfalls. Falls jemand eine Idee zum weiteren Verlauf der Geschichte hat, bitte bitte melden! (Wer meinen Onkel kennt, wird erstaunliche Ähnlichkeiten entdecken, die sind aber rein zufällig... )

 

 

McBacon rettet die Welt -- Teil 1

 

Es war einer dieser Tage, die John McBacon gern mochte: nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu sonnig, nicht zu dunkel. Das optimale Wetter um auf seiner Couch zu liegen. Das allerdings machte er auch, wenn es zu warm, zu kalt, zu sonnig und zu dunkel war, aber richtig genießen konnte er es dann natürlich nicht. McBacon blinzelte ein paar Mal mit seinen Äuglein, die wie kleine Murmeln in dem großen runden Gesicht saßen und fand, dass es trotz der großen Regenwolke doch zu hell und zu sonnig war, um jetzt schon aufzustehen. Er drehte sich wieder um, die Couch ächzte gefährlich unter ihm. Im TV, der gegenüber von ihm stand, plärrte der Kinderkanal. Das interessierte unseren Helden aber nicht, er wollte noch ein bisschen schlafen. Er gähnte lautstark und gab dabei ein gurgelndes Geräusch von sich, während er auch schon schlief. John McBacon war ein außergewöhnlicher Mann, von dem es nicht mehr viele gab auf dieser Welt. Er war äußerst intelligent, fleißig, sauber und vieles mehr. Zumindest dann, wenn er sich in eine bessere Welt träumte. Eigentlich schien er auf andere mehr wie ein Loser zu wirken. Seine geringe Körpergröße kompensierte er durch die Breite, an der er mehrmals täglich arbeitete. Er mochte weder Kuchen, noch Torte oder Süßigkeiten, doch trotzdem war er unglaublich dick. Wenn er was aß, dann musste es schon ein Tier sein. Wenn es noch am quieken war, umso besser. McBacon verbrachte nun fast 25 Jahre auf dem selben Fleck. Nur die Sofas unter ihm änderten sich von Zeit zu Zeit, wenn sie zu sehr Schieflage annahmen. Und er kannte "Das Boot" und "Der weiße Hai" auswendig und er kannte das Programm des Kinderkanals auswendig. Überraschenderweise hatte er eine Dauerverlobte, die er nicht oft sah, da sie arbeiten ging (um seine tierische Nahrung und die diversen Sofas zu finanzieren). Seit 20 Jahren schlief er ohnehin nur noch im Wohnzimmer. Plötzlich erwachte McBacon unsanft. Alles bebte. Er drehte sich wirsch um und sah, wie sein zotteliger Hund Stan seinen Oberschenkel berammelte. "Verschwinde!" schnaufte John McBacon und versuchte sein kurzes Stampferbeinchen unter dem Hund wegzuziehen. Er hätte sich eigentlich freuen müssen, denn das war der einzige Sex den er kriegen würde, aber selbst der Gedanke an Zwischenmenschliches war eine zu große Anstrengung. Er zappelte weiter, während Stan stur rammelte. "Du blödes Vieh!" nuschelte McBacon. "Und hau ab!" Er rappelte sich auf und schubste Stan von der Couch. Dass der Hund ihn vielleicht gar nicht verstand, auf die Idee kam er nicht. McBacon schien immer eine Art Geheimsprache zu sprechen. Die hätte ihn vielleicht befähigt Geheimagent zu werden, aber er war einfach dazu verdammt an allem zu scheitern. Sein Nuscheln war über die Jahre so undeutlich geworden, dass er mit den Leuten lauter sprach. Aber in einer unbekannten Sprache angeschrieen zu werden, bereitete den Leuten noch weniger Freude und so waren John McBacon und sein notgeiler Begleiter Stan meistens zu Hause. Was, als netter Nebeneffekt, auch soooo viel bequemer war. Da er nun wach war, rappelte er sich weiter auf. Nun saß er und seine Füße baumelten über den Fußboden. Er sah auf sich hinab und schnippste einen Rest vom Mittagessen vor drei Tagen von seinem grauen fleckigen T-Shirt und rülpste laut. Er hätte keinen Käse bei seinem Mitternachtssnack verwenden sollen, das war ihm jetzt klar. Aber leider war die Leberwurst aus. John McBacon war traurig. Da konnte ihn sein Freund Wickie auch nicht mehr trösten. Er wandte seinen glasigen Blick vom Fernseher ab und ging dahin, wo er am Besten nachdenken konnte: In die Küche. Während er in die Spüle pinkelte, sich den Kopf kratzte, fragte er sich, was er mit dem Tag anfangen könnte. Stan tappste hinterher und betrachtete sein Herrchen. "Was für'n Schwein! Und sowas hab ich vorhin gerammelt...", dachte er und drehte sich angewidert um. McBacon blickte seinem Hund hinter und ließ dann den Blick in die andere Richtung schweifen. Neben ihm auf der Arbeitsplatte lag ein Zettel seiner "Partnerin" Tessy. Er drehte sich um und bemerkte zu spät, dass er quer über den Kühlschrank auf die Arbeitsplatte urinierte. "So'n blöder Mist", gurgelte er in seiner Fantasiesprache. Er hasste es, wenn ihm das passierte, am Ende bekam er nämlich immer Ärger, wenn alles nass war. Er steckte den kleinen John weg und griff sich den Zettel. "Hallo Baci, bring bitte Brötchen mit. Komme heute später nach Hause. Mach endlich mal die Dachrinne sauber!!! Gruß + Kuss Tessy" John seufzte. Aus seinem schönen entspannten Tag würde also nichts werden. Er knüllte den Zettel zusammen, warf ihn weg, entdeckte, dass die Küchenpapierrolle leer war und nahm einen Topflappen um die Arbeitsplatte und den Kühlschrank zu putzen. Während sich McBacon langsam in seine grüne Latzhose zwängte (sie wurde zweimal ausgelassen und dann noch mit einem extra Knopf und einem Band versehen, damit er hineinpasste), klingelte es an der Tür. Langsam schlurfte er von der Küche zur Haustür und nahm die Post entgegen. Er freute sich immer, wenn er ausnahmsweise mal an die Post gelangte, denn er hatte großen Spaß Postkarten zu lesen, die ihn nichts angingen und sich die Absender anzusehen und hinter Sprüche zu machen. Mehrere Minuten stand er vor der Tür und las die Absender. Heute war nichts interessantes dabei. Wieder war er traurig, aber die Traurigkeit führte dazu, dass er heute wieder eine Beruhigungstablette mehr und zusätzlich die Spritze bekommen würde. Nun freute er sich wieder und ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen. Barfuß rutschte er in seine Schuhe und rief nach Stan, der sabbernd zu ihm hingelaufen kam, sich jedoch nur solange freute, bis er die rosa Leine sah. Nicht, dass Stan nicht gern Gassi ging, bzw. hinter dem Auto herlief, er hasste es nur, von John an die Leine gelegt zu werden. Ängstlich zog Stan den zotteligen Schwanz ein und jaulte leise. McBacon beugte sich vorn über, soweit es sein großer Bauch zuließ und keuchte und ächzte. "Nun halt still", maulte er Stan an. "Mach den Kopf hoch!" Der Hund verdrehte die Augen. "Pfffft pfffffffffft pfffffffft", keuchte John während er weiter nach vorn gebeugt stand und versuchte, Stan das Halsband umzulegen. "Pffffffft pffffffffffft pffffffffffffft pfffffffffffffft pfffffffffffffft" Stan war zwar nicht die hellste Birne im Leuchter, aber er wusste, wann es Zeit war, die Hundegötter anzubeten. Zahlreiche "pffffffffffft"s später hing Stan an der rosa Leine. Noch völlig außer Atem von dieser Anstrengung seufzte McBacon laut und verließ unter weiteren "pffffffffffft pfffffffffffft"s das Haus. Nachdem John aus den dunklen Tiefen seines Körpers einen gelben hervorgeholt und in die Blumen gespuckt und Stan in dieselbigen gepinkelt hat (später, wenn er hinter dem Auto herlief, würde er dafür keine Zeit mehr haben), stiegen beide in den kleinen Suzuki. McBacon fuhr von seinem "Parkplatz", der vor vielen vielen Jahren ebenfalls ein Blumenbeet gewesen war und stellte sich auf den Bürgersteig, denn er war noch immer davon überzeugt, dass man Autos warm laufen lassen müsse. Während er in der kleinen schwarzen Kiste saß, die vor sich hin buckelte, kippte er einen großen braunen Haufen Schnupftabak auf seinen schmutzigen Handrücken und schniefte kräftig. Danach kam eine Ladung Nasenspray hinterher, damit eine zähe Masse in der ziemlich zerbeulten Nase entstand. Nachdem er vor vielen Jahren einen Autounfall hatte, bei der u.a. seine Nase gebrochen wurde, war er davon überzeugt, er hätte zwei Nasenscheidewände und nur deswegen - nicht wegen seines Übergewichts - bekäme er so wenig Luft und müsse mit Schnupftabak und Nasenspray nachhelfen. Sieben Minuten später setzte sich das kleine Auto mit dem dicken Mann und dem doofen Hund tuckernd in Bewegung. Noch wusste unser Held nicht, dass sich sein Leben an diesem Tag radikal verändern würde.

12.9.08 11:34
 


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